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ERNÄHRUNG AUF LANGFAHRT Ein besonderes Vergnügen auf Langfahrt bildet der abendliche Potluck am Ankerplatz, bei dem sich gleichgesinnte Segler verschiedenster Nationen am Strand treffen, jeder ausgerüstet mit einem Topf Selbsgekochten, um gemeinsam den Abend zu genießen und zu philosophieren, Probleme zu besprechen und wichtige Nachrichten auszutauschen. Und wie soll es anders sein, das Hauptthema unter den Bordfrauen dreht sich meißt um die Versorgung. Denn die richtige Ernährung an Bord, der Einkauf und das Verstauen der Lebensmittel, bordgerechte Rezepte und der Umgang mit Problemen in der Pantry gehört zum Alltag und bildet ein zentrales Thema auf jeden Schifferl. Einige meiner Erfahrungen in der schaukelnden Küche will ich auch hier disskutieren.
Wenn die Nudel zu laufen beginnen... Auch wenn wir am liebsten dieses Thema aus unseren Köpfen verdrängen und nichts damit zu tun haben wollen, so wie es schon immer in der Geschichte der christlichen Seefahrt war, haben wir auch heute noch unzählige "blinde Passagiere" an Bord. Die Nudeln beginnen zu laufen, die Reisdose wird immer voller obwohl keiner nachgefüllt hat und das Mehl verklumpt. Der Smutje ist der Verzweiflung und dem Ekel nahe und die Crew flucht. Die Aufgabe des von Schädlingen befallenen Proviants ist da natürlich die erste und einfachste Möglichkeit, das Ungeziefer los zu werden, doch an vielen Küsten dieser Erde nützt das simple Überbordwerfen der Lebensmittel schier garnichts, da beim nächsten Einkauf die Mitnahme neuer "Passagiere" quasi vorprogrammiert ist, oder aber die Vorräte am Ankerplatz nicht nachgefüllt werden können. Um möglichst verschont zu bleiben, gibts ein paar Tipps, die man beachten kann. Schon beim Einkauf beginnt die erste Vorbereitung. Jede Packung muss bereits im Geschäft einzeln und penibel genau untersucht werden. Hinweise auf Schädlingsbefall in Nudeln, Reis, Bohnen und Co sind unter anderem kleine Löcher in der Verpackung, eine Menge feiner Brösel am Packungsboden, Verklumpungen oder gar Fäden in den Packungen sind ein sicheres Zeichen, und manchmal kann man in Plastikverpackungen sogar die Käfer selbst entdecken. Sind mehrere Packungen von Insekten befallen, kann davon ausgegangen werden, dass das gesamte Lager des Geschäfts ein Schädlingsproblem hat und die Suche nach einem anderen Lebensmittelhändler ist anzuraten. Noch bevor die Lebensmittel an Bord gebracht werden, sind möglichst alle Kartons zu entfernen, da sich hier Insekten versteckt halten können. Falls das Gewässer in dem die Yacht liegt, sauber genug ist, ist es ratsam, gekauftes Obst und Gemüse ins salzige Nass zu tauchen, um sich so unliebsamer Kreaturen zu entledigen. Natürlich ist diese Möglichkeit nur in sauberen Ankerbuchten gegeben, es macht keinen Sinn, gekaufte Frischlebensmittel ins schmutzige Hafenwasser zu tauchen! Trotz aller Vorsicht wird man früher oder später Ungeziefer an Bord einschleppen und nun gilt es, die Ausbreitung mitgekaufter Schädlinge an Bord zu dämmen und die Lebensmittel möglichst "käfersicher" zu stauen. Zu Beginn sollten alle originalen Papier - und Kartonverpackungen entfernt werden. Am Besten, man verpackt die Lebensmittel in mehreren luft- und wasserdichten Plastikkontainer. Kleine Verpackungseinheiten sind vorzuziehen, denn auch in den Plastikbehältern werden sich Insekten verbreiten ohne so den gesamten Bordvorrat zu befallen. Zu beachten ist, dass kein Papier an Bord kommt oder länger im Schiff als ubedingt nötig bleibt. Selbst Dosenetiketten müssen entfernt werden, da dahinter Kakerlaken ihre Eier abgelegt haben könnten. An Bord vieler Blauwasseryachten hat sich daher eingebürgert, dass gekaufte Dosen mit Lackstift beschriftet werden (Inhalt und Ablauf- bzw. Kaufdatum). Falls die Yacht immer wieder mal "nass" segelt und die Dosen in der Bilge gestaut werden sollen, können sie auch lackiert und beschriftet werden, um so möglichst lange zu halten. Gibt es nun auf der Yacht trotz allen Vorsichtsmaßnahmen Probleme mit befallenen Lebensmittel und ist der Vorrat an insektenfreien nicht groß genug, versucht man nun, die Plage in den Griff zu bekommen. Gut zu wissen ist dabei, dass viele Vorratsschädlinge direktes Sonnenlicht nicht mögen und in einer in die Sonne gestellten Schüssel Richtung Schüsselboden krabbeln. Gibt man nun beispielsweise befallene Nudeln in ein großmaschiges Sieb (Nudelsieb) und stellt darunter eine Schüssel, werden viele der Tierchen in die Schüssel fliehen, die man anschließend über Bord entleeren kann. Bei öfterer Wiederholung entsorgt man so den Großteil der lästigen Schädlinge. Um Fruchtfliegen, Motten und Kakerlacken an Bord zu bekämpfen, helfen Gekos. An Land gefangene Gekos leben an Bord von Insekten und sind nebenbei nett anzusehen. Sie machen keinen Mist und, falls einmal ein Geko verendet, trocknet er aus. Nebenbei haben Kinder befreundeter Yachten und auch einheimische Kinder einen Spaß daran, für ein kleines Taschengeld auf Gekojagt zu gehen. Natürlich gibt es auch allerlei Insektiziede und Giftfallen in aller Herren Länder zu kaufen, doch sollten viele dieser Nervengifte mit Vorsicht verwendet werden, da nicht alle Länder ähnlich strenge Reglementierungen und Giftstoffobergrenzen wie unser Heimatland haben und so teilweise Mittel verwendt werden, die in Westeuropa aufgrund ihrer Gesundheitsgefährdung längst verboten sind. Die Wirksamkeit dieser chemischen Hilfen ist sehr oft zeitlich beschrängt, da einige Insekten sich innerhalb weniger Generationen weiterentwickeln und resistent gegen diverse chemische Keulen werden. Gerade Kakerlaken bleiben so ein riesen Thema in der Blauwasserkomune und alles ist daran zu setzen, sie erst garnicht an Bord zu bekommen.
Trinkwasser an Bord - Um die Gesundheit der Crew unterwegs nicht zu gefährden, ist besonders Augenmerk auf das Trinkwasser auf Blauwasserfahrt zu achten. Um das gestaute Trinkwasser sauber und einwandfrei an Bord zu halten, ist es grundlegend, sich Gedanken über die möglichen Verschmutzungen des gestauten Wassers zu machen. Grundlegend teilt man die Verschmutzung von Trinkwasser in drei Kategorien: Als mechanische Verunreinigung versteht man kleine Teilchen und Partikel wie zum Beispiel Rost, Kalk oder Sand, die ins Wasser über Leitungen oder Sammelbehälter gelangen. Grundsätzlich besteht keine Gesundheitsgefährdung durch mechanische Verunreinigungen, sie bieten jedoch Mikroorganismen einen guten Nährbogen und können obendrein noch Probleme und Schäden an Pumpen und deren Membranen verursachen, weshalb es ratsam ist, diese Verunreinigungen noch während des Betankens der Bordtanks über entsprechende Filteranlagen auszufiltern, da sich diese Partikel durch Filter einfach entfernen lassen. Chemische Verunreinigung, die vor allem durch Industrierückstände oder Rückstände aus der landwirtschaftlichen Bearbeitung ins Trinkwasser gelangen, sind zum Beispiel Nitrat oder Chlor. In Mitteleuropa kann davon ausgegangen werden, dass die Werte dieser Chemikalien im Trinkwasser nicht die entsprächenden Höchstgrenzen überschreiten und keine Gesundheitsgefährdung besteht (Vorsicht jedoch bei Kleinkinder). An Bord von Blauwasseryachten tankt man jedoch Trinkwasser auch in Länder, die wenger strikte Auflagen haben und gleichzeitige teilweise ungehemmt Pflanzenschutzmittel einsetzen, sodass Belastungen im Trinkwasser hoch genug sein können, dass Beeinträchtigungen der Gesundheit entstehen können. Auch im Schiff kann chemische Verunreinigung des Trinkwassers entstehen, durch Verwerndung von Tanks, Leitungen oder Amaturen, die nicht für Trinkwasser geeigent sind. Der Einbau von Aktivkohlefilter oder Filter, die auf Basis der Umkehrosmose arbeiten, ist daher anzuraten. Am besten ist eine derartige Filteranlage direkt vor der Entnahme plaziert, da so auch chemische Teilchen, die in den Leitungen ins Wasser gelangen ausgefiltert werden. Besonderes Augenmerk ist auf die Wechselintervalle der Filterpatronen zu legen, da überbelastete Filter dazu neigen, die ausgefilterten Schadstoffe wieder in hohen Dosen ins Wasser abzugeben. Verunreigingen durch Mikroorganismen ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da mit Bakterien und Vieren verseuchtes Trinkwasser im Extremfall sogar zu lebensbedrohlichen Erkrankungen fürhen kann. Bekannte Mikroorganismen sind zum Beispiel Salmonellen, Legionellen oder Heliobakter. Mikroorganismen gelangen auf verschiedene Wege ins Schiff: Schon das Wasser in den Zuleitungen kann verunreinigt sein, die Zapfschläuche der Häfen kann verkeimt sein oder das Wasser stammt aus fragwürdigen Brunnen oder Quellen. Aber auch an Bord finden Bakterien und Vieren oft optimale Brutbedingungen und können sich in kürzester Zeit auf eine gefählrliche Mänge vermehren. Zum Glück gibt es eine Viezahl von Waffen gegen Mikroorganismen im Trinkwasser und der Fahrtensegel sollte diese Möglichkeiten auch richtig nützen. Die Bekämpfung der Verschmutzung durch Mirkoorganismen teilt man in die chemische und die physikalische Reinigung. Cehmisch kann man sich mit Chlor oder Silberionen abhelfen, auf den Einsatz von Wasserstoffperoxid sollte man verzichten, da sie Mikroorganismen nicht zuverlässlich abtöten und daher sogar in Europa nicht mehr zugelassen sind. Der Unterschied in Chlor und Silberionen liegt nun darin, das Chlor Mirkoorganismen abtötet, während Silberionen deren Vermehrung verhindern. Dieses Wissen ist inzufern interessant, da man so die beiden Chemikalien gezielt einsetzen kann: das heißt, wird davon ausgegangen, dass das getankte Trinkwasser durch Mikroorganisemen verunreinigt ist, kann man Wasser durch Zugabe von Chlorpreparaten chemisch reinigen. Nun darf aber nicht davon ausgegangen werden, dass das getankte Wasser nun für längere Lagerung im Tank frei von Mikroorganismen bleibt. Chlor verhindert ihre Vermehrung nicht. Wird das Wasser nun für längere Zeit gepunkert, ist es wichtig, es mit dem Einsatz von Preparaten auf Basis von Silberionen haltbar zu machen. Auch wenn die Yacht für einige Zeit verlassen wird, ist es ratsam, die Tanks mit Frischwasser zu füllen und mit einem geeigneten Mittel auf Silberbasis zu behandeln. Bei der physikalischen Reinigung durch Keramikfilter oder Osmosemembranen wird das Wasser, vereinfacht erklährt, durch Filter kleinster Maschenweite gedrückt. Oder es wird an UV-Lichtquellen vorbeigeleitet, welches die Zelkerne der Mikroorganismen zerstöhrt. Diese Reinigungsarten werden in bordüblichen Wassermachern verwendet. Neben der richtigen Reinigung des Trinkwassers sollte aber anbord jeder Yacht auch die gesamte Wasseranlage gewartet werden. Viele Blauwasseryachten haben bereits zwei komplett voneinander getrennte Tanks verbaut. Um daraus einen Vorteil zu ziehen, sollten die verschiedenen Tanks generell auch an verschiedenen Zapfstellen getankt werden. Die Tanks, die Leitungen und die Pumpen sollten in regelmäßigen Abständen mit sauerstoffabspaltenden Reinigungsmittel gereinigt werden, um die Bildung des sogenanten Biofilms zu unterbinden. Auch an den, oft lieblos in den Backskisten herumliegende, Schlauch zur Befüllung der Tanks muss bei dieser Reinigung gedacht werden. Generell sollten in der Yacht nur trinkwasserfeste Schläuche und Tanks verbaut werden. Sind beispielsweise günstige Gartenschläche verbaut, ist es ratsam, diese auszubauen. Die meisten Tanks haben größere Wartungslucken, die auch hin und wieder genützt werden sollen, wenn man die Tanks inspiziert und sie wenn nötig per Hand reinigt. Die Dosierungsangaben von chemischen Wasserreinigungsmittel müssen sorgfältig beachtet werden und, wie schon beschrieben, müssen verwendete Filter bei erreichen der vorgegebenen Durchflussmenge ausgetauscht werden.
Ernährungsgrundlagen für den gesunden Segler Die Zusammensetzung der täglichen Ernährung ist entscheidend für unsre Gesundheit. Werden ernährungsbedingte Risikofaktoren eingeschränkt, steigen die Lebenserwartung, die Leistungsfähigkeit und auch das Wohlbefinden. Doch wir essen nicht nur, um den Körper genügend Energie und Nährstoffe zu geben, auch unser Geschmackssinn soll befriedigt werden und für unser tägliches Wohlbefinden ist eine schmackhafte Gaumenfreude ein besonderes Vergnügen. Wir essen, um unsren Körper mit Energie zu versorgen, um Baustoffe zu gewinnen, um unser Abwehrsystem auf Schwung zu halten, und um unsre Psyche bei guter Laune zu halten. Die meisten Lehrbücher beginnen nun, auf den täglichen Energieverbbrauch einen durchschnittlichen Menschen rechnerisch einzugehen um an Hand dieser Ergebnisse den Aufbau richtiger Ernährung zu knüpfen. Nachdem ich die Erfahrung machen konnte, das durch die spezielle Ernährungssituation und die viele Bewegung des Seglers das Ansetzen von Übergewicht kaum eine Rolle spielt und die meisten Segler, die ich getroffen hatte, eher Erfahrungen mit Gewichtsverlust machten, möchte ich hier auf die Berechnung und Erklärung verschiedener Richtwerte der Energiezufuhr nicht näher eingehen und verweise Interessierte auf Tabellen, die immer wieder von anerkannten Instituten für Ernährungslehre wie zum Beispiel der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung“ herausgegeben werden. Vielmehr will ich zeigt, das wichtige Nährstoffe bevorzugt in bestimmten Lebensmittel- oder Lebensmittelgruppen enthalten ist, kein einziges Lebensmittel – mit Ausnahme der Muttermilch für Säuglinge – liefert jedoch alle lebensnotwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge. Um die tägliche Zusammenstellung von Nahrungsmittel nun leichter zu veranschaulichen, teilt man Lebensmittel gerne in eine Ernährungskreis oder eine Ernährungspyramide. Bildquelle: Fonds Gesundes Österreich Besonders groß ist der Anteil der Getränke, die zum täglichen Wohlbefinden nötig sind. Erfahrungsgemäß können Segler zur empfohlenen Tagesmenge von 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag noch gut und gerne etwas draufrechnen, denn das Arbeiten an der frischen Luft und der viele Aufenthalt in der Sonne lässt unsren Bedarf steigen. ACHTUNG: Kaffee und Alkohol einziehen dem Körper Flüssigkeit und sind nicht als Lieferant einzurechnen TIPP: Suppen können den täglichen Speiseplan aufwerten und spenden extra Flüssigkeit Als nächste Gruppe folgen pflanzliche Lebensmitte, also Getreideprodukte, Gemüse und Obst. Auf der Segelyacht muss darauf geachtet werden, dass hier genügend Proviant an möglichst frischem Obst und Gemüse zur Verfügung steht und vollwertige Lebensmittel industriell verarbeiteten Produkten bevorzugt werden. Tierische Produkte wie Milch, Milchprodukte und Eier ergänzen den täglichen Speiseplan an Land so wie am Schiff. Dabei spielt Fleisch gar keine so große Rolle und so können auch Crews, die ohne Kühlschrank unterwegs sind eine vollwertige Ernährung erreichen. Frisch gefangene Fische, von denen man sicher ist, das es sich um keine giftigen Exemplare handelt, sind nicht nur eine Freude für jedes Anglerherz, sie binden einen wichtigen, wenn auch kleinen Anteil in unserer Ernährung und sollten mindestens zweimal die Woche gegessen werden. Wenn die Schleppangel wieder einmal eine Woche nichts liefert, kann man sich hier mit Trockenfisch, Dosenfisch oder eingelegte Meeresfrüchte helfen. Vorsicht jedoch beim Angeln an korallenreichen Ankerplätzen. Speziell in der Karibik, dem Indischen und dem Pazifischen Ozean kann eine Vergiftung der Fische durch Ciguatoxin auftreten. Das Nervengift kann in verschiedenen Korallengegenden auftreten und wird von ansich genießbaren Fischen aufgenommen, für welche es jedoch ungiftig ist. Am besten an neuen Ankerplätzen heimische Fischer oder Bewohner der Küste fragen, die vor einer möglichen Vergiftung durch Ciguatoxin warnen können. Öle und fettreiche Lebensmittel sollten nur einen kleinen Teil unsrer Ernährung bilden, dennoch sind sie lebensnotwendig, qualitativ hochwertige Öle bereichern unsre tägliche Kost und lassen uns unsre Nahrung als Hauptträger der Geschmackstoffe so richtig schmecken. Genussmittel wie Süßigkeiten, Alkohol oder Kaffee sollten nicht zur Grundlage der Bordversorgung geraten, dennoch hilft der eine oder andere Schokoriegel die Nachtwache zu versüßen oder verbessert die Stimmung am Schiff in schwierigen Wetterbedingungen. Ein gutes Gläschen Wein am Ankerplatz verbirgt beim gesunden Segler höchstens die Gefahr des „Überbordwackelns“ beim Versuch, die Flüssigkeit wieder los zu werden, muss aber nicht gleich als „schädliches Lebensmittel“ vom Schiff verbannt werden. Generell ist festzuhalten, das ein gesunder Körper schnell bei Mangelerscheinungen reagiert und Signale gibt, die vom Segler nur noch richtig gedeutet werden müssen. Es ist ratsam, sich beim Einkauf Zeit zu nehmen und, wenn auch nicht mit leerem Magen, auf verschiedene Gustos und Verlangen hellhörig einzugehen. Natürlich spreche ich hier nicht von anerzogener Fehlernährung und will hier nicht die Rechtfertigung für den einseitigen Einkauf verschiedener minderwertigen Lebensmittel geben.
Lebensmittelqualität - eine Grundlage zur gelungen Proviantierung Schon seit Beginn der Seefahrt trug die Wahl der Lebensmittel und ihre fachgerechte Haltbarmachung an Bord einen großen Teil zum sicheren Ankommen des Schiffes. Erst durch die Seefahrt konnte man direkte Zusammenhänge zwischen einseitiger Ernährung und Gesundheitsrisiken beobachen. Das wohl bekannteste Beispiel war die berüchtigte Vitamin C Mangelerkrankung Skorbut, ein gefürchteter Begleiter zur Zeit der Entdecker. Doch viele Mangelerkrankungen lassen sich nicht in so kurzer Zeit einer heutigen Ozeanüberquerung feststellen und zeigen ihre, oft unheilbaren Auswirkungen erst nach Jahren. Nur der Gemütszustand und vielleicht auch der Energiehaushalt des einzelnen Seefahrers kann den guten Beobachter zeigen, ob die Ernährung auf der reisenden Yacht vollwertig ist. Um das zu erreichen, muss sich der Smutje mit der Wahl der Lebensmittel, ihrer Qualität und Haltbarkeit sowie das richtige Stauen am Schiff auseinandersetzen, seine Arbeit gehört zu den wichtigsten Aufgaben an Bord einer Blauwasserjacht um die Reise gut uns sicher gelingen zu lassen.
In diesem Bericht möchte ich mich nun mit der ersten dieser Grundlagen beschäftigen, mit der Qualität der Lebensmittel, denn dieser Faktor beeinflusst sowohl die Lagerfähigkeit und Haltbarkeit der mitgeführten Lebensmittel und verhilft dem kritischen Segler, seine Ernährung nicht im blinden Vertrauen auf die Lebensmittelindustrie gestallten zu müssen, denn unter den Begriff Lebensmittelqualität versteht man nicht nur die Frische, optische Erscheinung oder die Preis-Leistung eines Lebensmittel, die Haltbarkeit und die Herkunft, sondern auch die Produktzusammensetzung und der Verarbeitungsgrad sind ausschlaggebend. Gleich vorweggenommen, zur richtigen Proviantierung ist es besonders wichtig, frische und wenig verarbeitete Produkte zu wählen, lokale Einkaufsmöglichkeiten wie den regionalen Obstmarkt zu nutzen und dabei ein Auge auf die gegebenen Hygienestandards zu werfen. Neben natürlich gewachsenen Lebensmittel wird der heutige Markt von teilweise- bis vollverarbeiteten Lebensmittel überfüllt. Im laufe der Verarbeitung und Produktion solcher Lebensmittel werden viele natürliche Inhaltstoffe verändert und chemische Zusatzstoffe hinzugefügt. Nur teilweise sind mögliche Auswirkungen solcher veränderten Inhaltstoffe und Zusatzstoffe bekannt, viele werden als unschädlich abgegolten, doch immer wieder zeigen Tierversuche mit verschiedenen Lebensmittelzusatzstoffen gesundheitliche Auswirkungen. Auch gewachsene Lebensmittel werden zum Zweck der Haltbarmachung und schöneren optischen Erscheinung behandelt und durch Gifte während der Wachstums- und Lagerungszeit beeinflusst, gerade diese Tatsache merken Langzeitsegler schnell und mit großem Unglück, da durch diesen Einsatz von Giftstoffen eine optische Frische vorgegaukelt wird, jedoch derartige Lebensmittel nur noch begrenzt Haltbar sind. zu den Lebensmittelzusatzstoffen: Zusatzstoffe werden als Hilfsmittel bei der Herstellung und Bearbeitung von Lebensmitteln eingesetzt. Sie können sowohl aus natürlichen Quellen stammen als auch auf künstlichen Weg hergestellt sein. Fertig- und Halbfertigprodukte weisen in der Regel einen hohen Anteil verschiedener Zusatzstoffe auf. Leider ist der Einsatz dieser Lebensmittelzusatzstoffe weltweit gesehen nur unzureichend in Lebensmittelgesetzen geregelt, weshalb es im Zweifelsfall ratsam ist, auf natürlich gewachsene Lebensmittel zurückzugreifen und die Haltbarmachung und Koservierung selbst in die Hand zu nehmen.
Zu erwähnen ist hier aber auch, das natürliche Zsatzstoffe, wie etwar Betakarotin als Farbstoff oder Folsäure(Vitamin C) als Konserviermittel, durchaus positiv zu sehen sind und die Lebensmittelindustrie in manchen Ländern begonnen hat, diese Tatsache in ihre Werbeschiene einzuarbeiten, weshalb viele Lebensmittel mit der Bzeichung "ohne chemische Zusatzstoffe" werben und so eine Auswahl erleichtern. zu den Spritzmittel und Oberflächenbehandlungen: Wie bereits erwähnt, werden leider auch viele nicht verarbeitete Nahrungsmittel mit Giften gespritz und oberflächenbehandelt, um ihre Haltbarkeit bis zum Verkauf zu verlängern und ihre optische Frische zu erhalten. Speziell beim Kauf von Obst und Zitrusfrüchten ist zu beachten, dass viele Sorten, die im Supermarkt verkauft werden, behandelt sind. So sind zum Beispiel vielenorts Äpfel gewachst und Zitrusfrüchte mit Giften eingelassen um lange Transportwege zu überstehen. Nur durch gründliches Waschen ist zumindest ein Teil dieser Chemikalien los zu werden. Bei Zitrusfrüchten, die teilweise in Papier gewickelt sind, gehen die Empfehlungen sogar so weit, dass diese, in Chemialien getränkte Papierstücke, nicht in Kinderhände gegeben werden soll, aufgrund der Gefahr der Vergiftung.
Lokale Bauern in den bereisten Ländern verfügen selten über die Möglichkeit, derartige Behandlungen selbst zu machen, weshalb ein regionaler Obstmarkt oder der Besuch bei Bauern beim Obstkauf immer dem Supermakrt vorgezogen sein sollte. In vielen Häfen der Welt haben lokale Bauern bemerkt, welche gute Einnahmequelle für sie ein Hafen voller Blauwassersegler darstellt und so bieten solche Bauern sogar oft das Service, dass sie an ausgewählten Tagen direkt im Hafen oder vor der gut besuchten Ankerbucht ihren Verkaufsstand aufbauen. Eine wunderbare Möglichkeit, die Schapps anbord der Fahrtenyacht zu füllen und dabei regionale Kleinbauern zu unterstützen! Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Einheimische versuchen, im Supermarkt gekaufte Produkte teuer im Hafen zu verscherbeln! zur Bestrahlung und Gentechnik: Die Idee, Lebensmittel ionisierter Bestrahlung auszusetzen, um die Haltbarkeit zu beeinflussen, ist nicht neu. Hierbei wird eine Zestörung unerwünschter Mikroorganismen, eine Verhinderung des Auskeinens von Gemüse und eine Verlangsamung des Reifeprozesses erzielt. Bestrahlte Lebensmittel gelten offiziell als gesundheitlich unbedenklich wobei immer wieder kritisiert wird, das die Auswirkungen von ökologisch "toten" Lebensmittel auf den Organismus nicht bekannt sind. Negativ zu bewerten ist auf jeden Fall, dass die Frische der Lebensmittel nicht mehr bestimmt werden kann und so viele wichtige Inahtstoffe wie Vitamine bereits verloren gegangen sein können. Auch die hygienische Bahandlung der Lebensmittel könnte vernachlässigt sein, da sie bei bestrahlten Lebensmittel ohne optische Verluste ausfallen. Für den Segler gilt auf jeden Fall, Finger weg von bestrahlten Lebensmittel, sofern sie durch Kennzeichnung erkannt werden können. Nur unbestrahlte Lebensmittel können den Bedarf an Vitaminen ordentlich abdecken. Ohne Kennzeichnung sind diese Lebensmittel leider nicht auszumachen, kritisch kann man aber allemal sein, wenn in Ländern leicht verderbliches Obst und Gemüse, wie zum Beispiel Erdbeeren und Tomanten, angeboten werden, obwohl sie zur gegebenen Zeit nicht im Land wachsen können. Die Gentechnik ist eine Methode zur direkten Veränderung von Erbinformationen die weltweit in Agrar- und Lebensmittelindustrie, sowie in medizinischen und umweltbezogenen Bereichen, eingesetzt wird. In der Agrar- und Lebensmitteliindustrie stellt die gentechnische Veränderung von Pflanzen und Tieren in der landwrtschaftlichen Produktion und der Einsatz von gentechnisch veränderten Mikroortanismen in der Lebensmittelverarbeitung (zum Beispiel bei Back- und Bierhefe) dar. Diese Veränderungen beinhalten Chancen und Risiken zugleich. Positiv kann bewertet werden, dass der Einsatz von Chemikalien aufgrund von neuer Resistenz gegen Schädlinge und Krankheiten in der Pflanzenproduktion vermindert werden könnte und steigende Fleischqualität durch effektive genmanipulierte Züchtungen erzielt werden kann. Dagegen spricht aber neben ökologischen Bedenken die Bildung von neuen, unbekannten Stoffen wie zum Beispiel veränderte Eiweißstoffe und das damit in Zusammenhang gebrachte vermehrte Auftreten von Allergien. Zu Produkte aus biologischen Anbau Speziell im europäischen Raum nimmt der Marktanteil an Produkten aus biologischen Anbau zu. Darunter versteht man eine Produktion, bei der auf Pestizide, Insektizide, Fungizide sowie auf gentechnisch abgehandeltes Saatgut verzichtet wird. Auch wenn die Vorteile dieser Lebensmittel überwiegen, einige Nachteile sollten dennoch in Betracht gezogen werden. Nicht wie in Europa üblich, werden in vielen Ländern Kontrollen nur unzureichend oder gar nicht vorgenommen wodurch keine Garantie auf biologische Produktion gegeben werden kann. Auch eventuelle Verunreinugungen durch Pilz oder Vieren der Lebensmittel können häufiger vorkommen. Unumstritten ist auf jeden Fall, dass Produkte aus echtem biologischen Anbau sicherlich gesundheitsfördernder bewertet werden können, als Produkte aus konvertieller Fertigung. zu den Imitaten: Mit Lebensmittelimitaten werden Produkte wie Butter, Käse, Milch, Zucker oder auch Fleich nachgeahmt. Das älteste Imitat ist Margarine. Auch hier sollten Vor- und Nachteile abgewogen werden: Imitate weisen oft längere Haltbarkeit auf und stellen bei Allergien und Unverträglichkeiten interessante Alternativen. Dagegen spricht jedoch, dass durch industriell stärkerer Verarbeitung in vielen Fällen aus billigen Rohstoffen hochwertige Lebensmittel imitiert werden. Dabei können durch die Berarbeitung Inahtstoffe negativ verändert werden und es werden vermehrt Zusatzstoffe verwendet, um Erscheinung und Geschmack zu imitieren. Oft zielt Werbung sogar darauf ab, originale Lebensmittel, die mit den Imitaten nachgeahmt werden, als ungesund und bedenklich zu zeigen. Der gesunde Segler sollte sich von solchen Aussagen jedoch nicht verunsichern lassen und auf Originale zurückgreifen. Zu den Lebensmittelaustauschstoffen: gerade in Ländern der ersten Welt geht die Entwicklung und Forschung im Lebenmittelbereich immer weiter Richtung Lebensmittelaustauschstoffen. Darunter versteht man Stoffe, die anstelle natürlicher Zusatzstoffen verwendet werden, vorwiegend um Ernährungsprobleme der entwickelten Welt aufzugreifen und werbewirksam eingesetz zu werden. "leichte" Produkte und Lebensmittel für Abmagerungskuren sind ein allbekantes Beispiel. In vielen Fällen werden hier natürliche Inahltstoffe aus Lebensmittel industriell entfernt und mit chemischen Austauschstoffen ersetzt. Der gesunde Segler, der keine allergie- oder gesundheitsbezogene Diät halten muss, sollte derartige Lebensmittelaustauschstoffe mit ähnlichen Bedenken gegenübertreten als Lebensmittelzusatzstoffen. Wie diese Sammlung verdeutlich, ist die Beurteilung der Lebensmittelqualität heutzutage nicht mehr auf blose Erscheinung und Vermarktung eingeschränkt und ein blindes Vertrauen in Lebensmittelindustrie und die gesetzliche Regelung in den besuchten Ländern ist nicht anzuraten. Denn der alte Spruch "Du bist, was du isst" gilt schließlich und endlich auch für den Segler!
Reisgerichte an Bord - leckere Rezepte! Reis, rund um den Globus ein gefragtes Lebensmittel an Bord. Doch was hilft der beste Reis ohne die richtigen Rezepte. Drum hab ich über diese homepage einen Aufruf gestartet, mir doch bitte Reisrezepte zu senden, und hab auch prompt ein paar leckere Rezepte bekommen. Hier eine kleine Auswahl an g´schmackigen Reisspezialitäten, die wir an Bord nachgekocht haben! Jim-Reis von Berlinda 1-Topf Gericht, lecker und schnell
Zutaten:
Reiskugeln auf Tomaten von Theresa und Andi etwas aufwendiger, aber sehr lecker! 20 dag Reis in 1/2l Wasser weichkochen, 2 geschnittene Zwiebel, 2 Eier, 8 dag Brösel, 5 dag Parmesan, Thymian, Pfeffer, 2 EL Olivenöl, 2 Knoblauchzehen zerdrückt, 3 dag Butterschmalz (an Bord hab ich Öl genommen), ½ kg Tomatenwürfel Den abgekühlten Reis in eine Schüssel geben und Parmesan unterrühren, Eier und Brösel unterheben, salzen, pfeffern und mit Thymian würzen. Kneten. In Olivenöl die Zwiebel zugedeckt dünsten, Knoblauch und Pfeffer dazugeben und salzen, Tomatenwürfel dazugeben und dünsten. Reiskugeln auf Gemüse geben und genießen. Anstelle der frischen Tomaten hab ichs auch schon mit Dosentomaten ausprobiert und für gut empfunden! Risotto Rosso von Michaela und Gerhard 1 lt Gemüsesuppe, 360 g Rundkornreis, 80 g Butter, 1 EL Olivenöl, 2 rote Zwiebel, 2 rote Rüben,, 2 Karotten, 150 ml Rotwein, Kümmel gemahlen, Meersalz, Pfeffer Zwiebel fein hacken, Karotten und Rüben raspeln, Butter und Öl erhitzen, Zwiebel, rote Rüben und Karotten hell anschwitzen, Reis zugeben, kurz mitdünsten, mit Rotwein ablöschen und unter langsamer Zugabe der Gemüsesuppe und ständigem Rühren cremig einkochen. Mit Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken. Event. Mit 1 El Sauerrahm vermengen und anrichten. Safranrisotto mit Meeresfrüchten von Michaela und Gerhard 360 g Rundkornreis, 250 g Meeresfrüchte od. festfleischige Meeres- oder Anglerfische, 1 Zwiebel, 80 g Butter, 1 l Suppe, 100 ml Weißwein, 5 cl Wermut, 2 g Safranfäden, 50 g Parmesan, Olivenöl, Parmesan, Salz, Pfeffer Zwiebel in feine Würfel schneiden, in wenig Olivenöl anschwitzen, reis und Safran zugeben und kurz mitdünsten, mit Weißwein und Wermut ablöschen, heiße Suppe unter ständigem Rühren zugeben, Risotto bei schwacher Hitze weichdünstenl . Fischstücke mit Salz und Pfeffer würzen und wenig Olivenöl kurz anbraten, die kalte Butter ins Risotto einrühren, Parmesan und Meeresfische einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken Pudding-Milchreis mit Rum von Mutti 15 dag Rundkornreis, 500ml Milch, Vanillepudding, 3EL Zucker, Rum, Früchte oder Frochtkompott Reis mit doppelter Menge Wasser (oder ein Teil Wasser, ein Teil Milch), Rum und Vanillezucker weichkünsten, fertigen Pudding und Fruchtkomott dazumischen. Funktioniert auch sehr gut mit Roter Grütze! Hmmm, Mutti weiß halt, was schmeckt! Wir freuen uns , wenn ihr uns auch weiter mit euren besten vegetarischen Reisrezepten auf die Sprünge helfen wollt!
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