Vor vielen Jahren haben wir uns in eine sehr gefährliche Situation gebracht. In die Situation, mitten in einem Orkan auf einem Boot zu sitzen, das zu sinken droht. Wir haben erlebt, was bereits tausende Seeleute vor uns durchlebt haben: die rohe Gewalt des Ozeans.
Wir sind in Seenot geraten, haben ums Überleben gekämpft und haben unser erstes Boot verloren. Und wir durften auf die Hilfe von großartigen Menschen zählen, die es zu ihrem Verdienst gemacht haben, uns aus dieser Notlage zu holen.

Wenn ich heute die Geschichte unseres Untergangs erzähle, dann erlebe ich immer wieder vor allem eine Reaktion: Den Ausruf, warum – um alles in der Welt – wir immer wieder zurück auf diesen Ozean gehen!
„Was zieht uns so stark zum Meer hin? Ist es vielleicht die Freiheit, die der endlose Horizont zu versprechen scheint? Welche Leidenschaft weckt es in der Seele und lässt die Seeleute ihr Leben auf diese gefährliche Weise riskieren? Wer ist der Ozean, wo ist sein Herz?“
So beginnt ein Segelfilm, der wie kaum ein anderer erzählt, welche Anziehungskraft die Ozeane haben und warum es uns Segler immer wieder auf ihren Rücken und in ihre Gischt zieht.

Ein Segelfilm, der von der wahren Geschichte der GANDUL handelt.
Einem Katamaran, der in einen Orkan gerät, aufgegeben werden muss und kurz vor seinem Ziel den Azoren im Atlantik versinkt.
Und doch ist es ein Film, der nicht von Sturm, Monstersee und Untergang handelt und dessen Inhalt nicht vom Aufgeben und Notleiden beherrscht ist.
Es ist ein Film, der einfühlsam und unglaublich echt das Leben als Fahrtensegler erzählt. Und davon, warum wir immer wieder den Weg auf den Ozean wählen würden. Egal, wie oft wir den Gewalten dieser unbändigen Natur ausgeliefert sind. Egal, ob wir seekrank werden, ob es ungemütlich zugeht oder ob wir sogar ums Überleben kämpfen müssen.

Nichts im Leben von Ozeansegler lässt dieser Segelfilm aus:
Die große Vorbereitung, das aktive Treiben vor und nach dem Ablegen. Das zur Ruhe kommen am Ozean, das Lernen der Toleranz im Team und der Umgang mit Einschränkungen.
Die Freude über scheinbare Alltäglichkeiten wie gutes Esse am Tisch, und das Zusammenarbeiten um gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Die Freude und Neugierde vom Ankommen und die unaufgeregte aber unglaublich schöne Gemeinschaft der Fahrtensegler in den Blauwasserhäfen der Welt.
Wie nebenbei erzählt der Film von individuellen Seglern und deren Motivationen. Von Reisen, die verschiedenste Ziele haben und unterschiedlich lange dauerten und dauern. Von großen Abenteuern und persönlichen Lebenswegen.
Und davon, dass wir das Herz des Ozeans spüren, ja vielleicht sogar ein kleiner Teil dieses Herzens selber sein können. Solange wir aufs Ganze gehen und dabei alles Riskieren. Vielleicht unser Leben, vielleicht unseren Verstand. Auf jeden Fall riskieren wir dabei unser bisheriges Weltbild und all die eingeschränkten Vorstellungen, die wir als Landratten vom Meer in uns tragen.
Also, mach es dir mit einem guten Glas spanischem Wein auf dem Sofa bequem und lass dich die nächsten (fast) eineinhalb Stunden von einem Film übers Segeln fesseln, der die Brutalität und die Romantik der Ozeane gleichermaßen erzählt:

